Bei der Aromatherapie werden ätherische Öle zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die Wirkung wird auf verschiedene Weise erklärt.

Der Begriff Aromatherapie stammt aus dem Jahre 1918 von dem französischen Chemiker Gattefossé, der sich mit den antibiotischen und antiseptischen Eigenschaften ätherischer Öle beschäftigte.

Die Aromatherapie umfasst den medizinisch-therapeutischen Einsatz von ätherischen Ölen pflanzlicher Herkunft zur Heilung oder Linderung von Krankheiten.

Schon in der Antike wusste man sich die heilbringende Wirkung pflanzlicher Duftstoffe zunutze zu machen. Räucherungen und Salbungen waren weit verbreitet und nicht nur Königen und Pharaonen vorbehalten. Auch in der heutigen Zeit besinnt man sich wieder der Anwendung von duftenden Pflanzenstoffen, der Aromatherapie.

Was ist die Aromatherapie?

Die Aromatherapie ist ein Teilbereich der Phytotherapie. Ihre Anwendung beruht auf langjähriger, weltweiter Erfahrung und auf wissenschaftlichen Untersuchungen. Ätherische Öle werden aus Pflanzenmaterial gewonnen. Es werden keine naturidentischen und synthetischen Substanzen verwendet. Diese Definition entspricht den Voraussetzungen für die Phytotherapie, weshalb die Aromatherapie auch Phyto-Aromatherapie genannt werden kann.

Im strengen Sinn ist mit Aromatherapie die gezielte Anwendung von ätherischen Ölen zu therapeutischen Zwecken gemeint. Dazu gehören Einnahme, Bäder, Massage, Inhalation und Raumbedampfung. Die wissenschaftliche, in der konventionellen Medizin angewendete Aromatherapie beruht dagegen ausschließlich auf der Wirkung von eingeatmeten ätherischen Ölen. Andere Anwendungsarten gelten im medizinisch-wissenschaftlichen Sinn nicht als Aromatherapie.

Wie nehmen wir ätherische Öle auf ?

  • über die Nase – die feinen Duftmoleküle gelangen an die Riechschleimhaut . Von dort werden elektrische Impulse an das Gehirn  gegeben, die unsere körperlichen Funktionen, aber auch Emotionen beeinflussen können.
  • über die Haut – mittels Aromamassage oder Aromabäder wird ein Teil der ätherischen Öle aufgenommen und an den Blutkreislauf weitergeleitet
  • innerliche Einnahme – nur nach ärztlicher Anweisung

Wie wird die Aromatherapie angewendet

Die Aromatherapie kann sowohl als eigenständige Therapieform wie auch als komplementäre Methode angewandt werden. Leichtere Beschwerden lassen sich adäquat ausschließlich mit ätherischen Ölen behandeln. Bei stärkeren Beschwerden können ätherische Öle sehr gut ergänzend zu anderen medizinischen, physikalischen oder psychologischen Therapieformen eingesetzt werden.

Da es ohne Forschung keinen Nachweis für die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit der Aromatherapie gibt, ist es sehr erfreulich, dass seit rund zwei Jahrzehnten eine deutliche Zunahme an Grundlagenforschung und klinischen Studien zu verzeichnen ist. Positiv zu Vermerken ist auch die steigende Qualität der wissenschaftlichen Untersuchungen. Die Aromatherapie erweist sich in fachkundigen und erfahrenen Händen als sichere und zuverlässige Naturheilmethode, die in allen Fachdisziplinen bei ausgewählten Krankheitsbildern zur Anwendung kommen kann.

Die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten in der Aromatherapie von qualitativ ausgezeichneten ätherischen Ölen werden mit wissenschaftlichen Daten aus der Grundlagenforschung und von klinischen Studien und Fallberichten belegt, wie man dies von Naturheilmethoden in der Regel nicht gewohnt ist.

Die Forschung orientiert sich an der Wirkung auf die gesamte Persönlichkeit eines Menschen in ihrem komplexen Zusammenspiel physiologischer, emotionaler, psychischer, mentaler, biographischer, sozialer, religiöser, klimatischer und anderer Faktoren.

Die Aromatherapie öffnet den Blick für die Ganzheitsmedizin und für eine neue Qualität der Zusammenarbeit von Pflege und Medizin mit der verbindlichen Option auf zufriedene Patienten/innen und Mitarbeiter/innen in den Gesundheits- und Heilberufen.

Das Wirkprinzip der ätherischen Öle

Die meist durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle besitzen einzigartige Eigenschaften, aus denen sich ihre duale Wirkungsweise und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten ergeben.

Durch ihre unmittelbare Wirkung auf  Zentren im Gehirn und von dort aus auf Steuermechanismen regulieren sie psychische und physische Vorgänge, wie zum Beispiel einerseits Erinnerungen, Gedächtnis, Motivation, Stimmungen, Kreativität und andererseits über das unwillkürliche vegetative Nervensystem vielfältige Organ- und Stoffwechselfunktionen.

Ergänzend zu diesem Wirkprinzip über das Riechen der Duftstoffe entfaltet das Vielstoffgemisch des ätherischen Öles durch seine reichhaltigen Inhaltsstoffe, die rasch in den Körper aufgenommen werden können, auch pharmakologisch seine starken, aber ausgewogenen Wirkungen.

Effekte in der Psychologie

Die psychologischen Wirkungen von ätherischen Ölen können in Abhängigkeit vom natürlichen Wesen sowie von früheren und gegenwärtigen Lebenserfahrungen des betroffenen Menschen sehr weitreichend sein. In der Regel können signifikante psychologische Effekte durch ätherische Öle hervorgerufen werden, die als wohlriechend und angenehm empfunden werden. Eine Verstärkung kann durch Berührung, Massage, eine entspannende Atmosphäre und persönliche Zuwendung erzielt werden.

In diesem Konzept der Betreuung und Behandlung spielt der so genannte psychologische Placebo-Effekt, der auch in der Wissenschaftsmedizin bestens bekannt ist, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Aromatherapeuten, die Kraft ihrer Persönlichkeit den Placebo-Effekt optimal einsetzen, haben beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihren Patienten, was selbstverständlich auch für Ärzte im Bereich der Wissenschaftsmedizin gilt.

Die Qualität muss stimmen

Wie alle Naturstoffe haben auch ätherische Öle unterschiedliche Qualität und Zusammensetzung, abhängig vom Standort der Pflanzen, der Gewinnung und der Lagerung. Ätherische Öle sind brennbar und dürfen nicht in Flammen oder direkt auf einen Saunaofen getropft werden. Sie sollen vor Kindern sicher aufbewahrt werden.

Echte ätherische Öle sind wertvolle Stoffe aus der Natur und beinhalten die Wirkstoffe der entsprechenden Pflanze. Im Gegensatz dazu sind häufig Produkte am Markt – z. B. so genannte -naturidente- Öle etc.,  die nur mehr im Geruch an die ätherischen Öle erinnern. Wirkung ist davon keine zu erwarten.

Ätherische Öle werden gewonnen aus:

  • Blüten: Lavendel, Kamille, Neroli, Rose, Ylang-Ylang, Mimose
  • Fruchtschale: Bergamoe, Clementine, Grapefruit, Limettee, Mandarine, Orange, Zitrone
  • Früchte: Fenchel, Cardamon, Karottee, Koriander, Kreuzkümmel
  • Gras: Citronella, Lemongrass, Palmarosa
  • Kraut: Immortelle, Johanniskraut, Minze, Melisse, Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut
  • Nadeln: Zeder, Wacholder, Kiefer, Tanne, Fichte
  • Holz/Zweige: Rosenholz, Zeder, Sandelholz, Kiefer
  • Harze: Weihrauch, Myrrhe, Benzoe
  • Rinde: Zimt
  • Wurzeln: Liebstöckel, Vetiver, Angelika, Baldrian

Möchten Sie bei der Qualität auf Nummer sicher gehen, so erhalten Sie in Ihrer Apotheke echte ätherische Öle, die regelmäßig in Labors auf ihre Zusammensetzung überprüft werden.

Zusammensetzung und Selbstbehandlung

Ätherische Öle sind Bestandteil vieler Pflanzen und werden üblicherweise durch Destillation oder Pressung gewonnen, oder sie werden mit einem Lösungsmittel aus den ölhaltigen Pflanzenteilen extrahiert. Im Handel sind allerdings auch Essenzen – in Alkohol gelöste Riechstoffe. Sie werden als naturidentische Öle bezeichnet. Oft ist in Firmeninfos zu lesen, dass sich die angestrebte Wirkung nur mit „echten biogenen therapeutischen Ölen“ erreichen lässt, nicht mit synthetischen Ölen und nicht mit den isolierten Hauptbestandteilen des Öles. Auch die in Apotheken verkauften ätherischen Öle in geprüfter Arzneibuchqualität werden von einigen Vertretern der Methode nicht unbedingt als geeignet angesehen, da sie „nicht immer die therapeutisch wirksamsten“ seien.

Welches allerdings das nachprüfbare und regelhaft getestete Kriterium für ein „therapeutisch wirksames“ Öl ist, wird nicht angegeben. Bei dieser Kritik bleibt unberücksichtigt, dass die speziell zur Aromatherapie eingesetzten Öle nicht nach einem nachvollziehbaren und für alle einheitlichen Verfahren kontrolliert sind.

Sie müssen beispielsweise nicht mit jenen identisch sein, mit denen die Studien zur Wirkung und therapeutischen Wirksamkeit durchgeführt wurden. Rechtlich gesehen können ätherische Öle jedenfalls als ganz verschiedenartige Produkte im Handel sein: als rezeptpflichtige Arzneimittel, frei verkäufliche Arzneimittel, Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände, zu denen auch kosmetische
Waren und Hygieneprodukte gehören.

Aromatherapie Anwendung in eigener Regie

Aromatherapie im weitesten Sinn ist als Selbstbehandlungsmethode sehr verbreitet. Bücher, in denen die Eigenschaften von Pflanzen und ihre Anwendbarkeit bei diversen Störungen beschrieben sind, leiten dazu an. Verschiedene Einrichtungen halten Kurse und Seminare für Selbstanwender ab.

Eine offiziell anerkannte Ausbildung zum „Aromatherapeuten“ gibt es nicht. Private Institutionen, Hersteller von ätherischen Ölen und Vereine bieten jedoch Kurse an, in denen sie Interessierten die Anwendung von ätherischen Ölen nahe bringen. Am Ende dieser Ausbildungen werden Bezeichnungen wie „Aromaexperte, Aromapraktiker und Aromatherapeut“ vergeben.

Behandlung und Wechselwirkungen

Vor der Selbstbehandlung sollten sie folgendes berücksichtigen:

  • Es ist denkbar, dass beruhigend wirkende Öle, wie zum Beispiel Lavendelöl, die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen können.
  • Es ist nicht ausgeschlossen, dass es zwischen ätherischen Ölen und Arzneistoffen spezifische Wechselwirkungen gibt und dass die Öle deren Wirkung abschwächen oder verstärken. Lavendelöl beispielsweise kann die Effekte von zentral dämpfenden Medikamenten wie Psychopharmaka verstärken.
  • Menschen, die sich längere Zeit in Räumen aufhalten, in denen kontinuierlich ätherische Öle verdampfen, können darauf mit Kopfschmerzen und Übelkeit reagieren.
  • Ätherische Öle, die Cineol, Kampfer oder Menthol enthalten, dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht angewendet werden. Die Inhaltsstoffe können Verkrampfungen der Stimmritze, des Kehlkopfes und der Atemwege und damit eine lebensbedrohliche Atemnot auslösen. Wenn Kinder von Kampfer oder kampferhaltigen Produkten versehentlich eine größere Menge einnehmen, können schwere Nervenschäden bis hin zu Krampfanfällen und Koma auftreten.
  • In der Schwangerschaft sollten ätherische Öle nicht verwendet werden, außer nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
  • Hautreaktionen: Vorsicht ist bei der Anwendung von ätherischen Ölen geboten, bevor man sich dem UV-Licht der Sonne oder des Solariums aussetzt. Einige Öle können die Haut sehr lichtempfindlich machen, dann kann es zu schweren Hautreaktionen kommen. Ätherische Öle dürfen auf der Haut nicht unverdünnt angewendet werden.
  • Ätherische Öle können allergische Reaktionen auslösen. Typischerweise handelt es sich dabei um Ekzeme, aber auch Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock sind denkbar.

Zusammenfassend kann man sagen das Ätherische Öle in der Aromatherapie viele verschiedene Eigenschaften haben; so wirken sie, je nach Substanz, entspannend, aktivierend oder angstlösend. Aber auch körperliche Effekte spielen eine große Rolle. Viele ätherische Öle sind entzündungshemmend, antimikrobiell oder auch analgetisch, also schmerzlindernd. Bronchodilatative, die Atemwege erweiternde Wirkung einiger Öle, hilft besonders bei Erkältungen, und Husten.

Auch durchblutungsfördernde und pflegende sowie immunstärkende und weitere Eigenschaften werden den ätherischen Ölen zugeschrieben. Sie können im Krankenhaus wie auch im niedergelassenen Bereich verwendet werden. Es gibt zahlreiche Applikationsarten, wie zum Beispiel Raumbeduftungung, Einreibung, sanfte Massage, Bäder, Wickel, Auflagen, Inhalationen, Balsam, Cremes. Es werden jeweils nur wenige Tropfen der Ätherischen Öle in der Aromatherapie in einem geeigneten Gefäß benötigt.

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